Warum drei Schwäne?

Oder: Systemisches Coaching - sinnvolle Weiterbildung für agile Coaches und Scrum Master?

Am Mittwoch (09.05.2012) findet am ISB Wiesloch (Institut für Systemische Beratung) wieder ein Orientierungstag statt. Ich liebäugle schon seit Jahren damit, eine fundierte Weiterbildung im Bereich Coaching zu absolvieren. Das ISB ist nicht nur ein renommierter Player in der Branche, der auf eine lange Tradition und einen großen Einfluss zurückblicken kann, sondern bietet mit dem Curriculum "Systemisches Coaching und Teamentwicklung" einen Ansatz an, der mir gut zu einem Scrum-Master / Agilen Coach zu passen scheint.

Gerade habe ich mich durch die Liste der 88 Punkte gelesen, warum Wiesloch der richtige Ort für eine Berater-/Coaching-Weiterbildung sein könnte. Die folgenden gefallen mir:

  • Weil man in Wiesloch die Mode-Erscheinungen im Markt nur nebenbei, die umfassende Entwicklung persönlicher Kompetenz und professioneller Identität der TeilnehmerInnen aber zentral im Auge behält.
  • Weil man lernt zu wissen, wer man ist, unabhängig von einer bestimmten Position, unabhängig von der aktuellen Situation in einer Organisation.
  • Weil man lernt, mit Komplexität umzugehen, ohne die Dinge kompliziert zu machen.
  • Weil man lernt, sich neuen Anforderungen an Rollen, Verantwortlichkeiten, Umfeldern, Einsatzorten, Kompetenz und Engagement konstruktiv zu stellen.
  • Weil in Wiesloch die Sehnsucht nach Aufbruch und die bisherigen Lebenserfahrungen gleichermaßen gewürdigt und miteinander verbunden werden.
  • Weil in Wiesloch Sein mehr als Schein, aufrichtiges Ringen mit komplexen Fragestellungen mehr als schnelles Machertum zählen.
  • Weil wir uns der Leistungs- und Zukunftsfähigkeit unserer Kundenorganisation verpflichtet sehen.
  • Weil wir helfen, Brücken zwischen Effizienz und Menschenorientierung zu bauen.

Quelle: ISB – “Warum Wiesloch? 88 weitere Argumente”

Nun, die Ausgangsfrage ist damit noch nicht beantwortet, aber vielleicht bin ich nach dem Orientierungstag etwas schlauer…Fortsetzung folgt.

Fortsetzung: Orientierungstag

Neun Teilnehmer haben sich am Orientierungstag in Wiesloch eingefunden. Direkt hinter der Hauptstraße taucht man unvorbereitet ein in eine bäuerlich-ländliche Parallelwelt aus Vogelgezwitscher von domestizierten Vögeln (Hähnen?), aus im Wind flatternder frisch gewaschener Wäsche, aus mit Efeu zugewachsenen Fachwerkhäusern mit viel Patina und behutsamer Modernität.

Wir sind erstmal kulinarisch gut versorgt. Die Entscheidung für eine Coaching-/Beraterausbildung in 5-stelligen Kostenregionen wird vielleicht ja auch am Buffet (mit-) entschieden. Aber alles in allem eine sehr herzliche, offene Atmosphäre.

Der Orientierungstag geht über einen Zeitraum von fünf Stunden, knappe zwei davon bestehen aus einer Übung, die schon deutlich das didaktische bzw. das Lernkonzept von Wiesloch aufzeigen möchte. Es ist erstaunlich, wieviel Kreativität, Mut und Begeisterung alle mitbringen, wenn es darum geht, ein Anliegen/Auftrag eines Teilnehmers exemplarisch zu bearbeiten.

Die Vorstellung der Curricula, die Atmosphäre und die Umgebung (Laugenbrezeln und Milchkaffee) haben mich dann zusammen doch darin bestärkt, das Curriculum “Systemisches Coaching und Teamentwicklung” ab Herbst zu besuchen. Gerade die Öffnung der Perspektive auf den einzelnen, das Team, die Organisation ist eine schöne Ergänzung zu Trainings im agilen Umfeld, die zwar gezielt auf einzelne Probleme der täglichen Arbeit eines Agilen Coaches eingehen, wie z.B. Konfliktmanagement, Umgang mit schwierigen Personen, Stärkung von Kommunikation und Durchsetzungsfähigkeit und damit vielleicht schneller und direkter umgesetzt werden können, aber damit auch immer nur Antworten liefern können für spezifische Situationen und nicht für ein in ständiger Veränderung begriffenes, lernbereites, offenes System (also die Menschen, ihre Beziehungen und ihre Kommunikation).

Ein weiterer wichtiger Punkt sind die Werte und die “Haltung” der Coaches, die hier vermittelt wird: es gibt kein Vorbild eines professionellen Coaches, das hier einfach durch Einüben und Imitation vermittelt und kopiert (geklont) wird, sondern jeder hat die Möglichkeit, seine eigenen Kompetenzen, Erfahrungen, seine Intuition und seine Persönlichkeit einzubringen und mit Hilfe von Praxis, Reflexion und Feedback weiterzuentwickeln.

Ob und inwieweit diese ersten Eindrücke korrekt sind und sich in den nächsten zweieinhalb Jahren bestätigen lassen, wird sich zeigen. Also bleibt es dabei: Fortsetzung folgt…

Warum drei Schwäne?